vanitas

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Mit der Arbeit Vanitas nimmt uns Chris Wagner im doppelten Sinn mit  auf eine Zeitreise, indem er uns Gegenstände präsentiert,  die bis vor kurzem noch Objekte unseres  Begehrens waren und deren Besitz uns erstrebenswert oder zumindest sinnvoll  erschien.  Damit erinnert er uns,  wie vergänglich doch der Charakter vieler Objekte ist, die bis vor kurzem noch Teil unseres Alltags waren.
 
Dies kann eine  „Kodak Instamatik“ aus dem analogen Fotozeitalter  sein, oder eines der ersten Mobiltelefone , dass dem einstigen  Besitzer Stolz und Ansehen bescherte, für das er aber heute höchstens noch ein mitleidiges Lächeln ernten würde. Selbst  Grossmutter‘s Gassenhauer von einst,  gesungen von längst verstorbenen Künstlern,  umweht der  süsse Charme und der morbide Duft des Vergänglichen.

Durch die Präsentation als Ausgrabung, die in irgend einer fernen Zukunft geschieht, akzentuiert er im doppelten Sinn den Charakter des Vergangenen,  appelliert aber gleichzeitig auch an unsere Komplizenschaft,  indem er sich unserer Erinnerung bedient, denn den meisten Betrachtern werden die gezeigten Objekte sowie ihr Sinn und deren Aufgabe immer noch Teil der vertrauten Erinnerung sein. Dies wird sich einem zukünftigen Betrachter in einer ferner Zukunft nicht mehr so einfach erschliessen.

Mit dieser Arbeit  knüpft  Chris Wagner an die Tradition der barocken Vanitas Malerei an, die voller Verweise auf die Vergänglichkeit der irdischen Existenz und weltlicher Schätze  ist.  (Vanitas (lat.) bedeutet „Eitelkeit“ und ist gleichzusetzen mit „wertlos“ oder „vergänglich“.

© chris wagner l 2014